Triebwagen und Beiwagen – Ein Wagenkasten und vier Achsen

Nach der Bauart T4D/B4D und KT4D wurde für die DDR ein dritter Tatra-Fahrzeugtyp von CKD Praha produziert. Der Triebwagen T6A2D mit passendem Bei-wagen B6A2D - er steht für Trieb bzw. Beiwagen der 6. Generation der Tatrafamilie, einem Drehzapfenabstand von 6700 mm und 2 für 2,20 Meter Wagen-kastenbreite. Zur Unterscheidung der folgenden Produkte T6A2H (Hungary) für Ungarn und B für Bulgarien entstand das D für die DDR, dass aber kein Gebrauch mehr fand, weshalb nur von T6A2 und B6A2 die Rede ist. Im Jahr 1985 wurden drei Prototypen gebaut, die einen Großzug aus zwei Trieb- und einem Beiwagen bildeten, und zunächst in Prag (Tschechien) und später in Dresden (DDR) getestet wurden. Der Großzug gelangte anschließend in den Fuhrpark des VEB (K) Verkehrsbetrieb der Stadt Dresden. Doch eine Serienlieferung für Dresden gab es nicht. Die Serienlieferung folgte ab 1988 nach Ost-Berlin, Leipzig, Magdeburg, Rostock und Schwerin. Doch in Schwerin wurde die Wagenkastenbreite von 2,50 Meter genutzt, weshalb der Betrieb seine Großzüge nach Magdeburg abgab. Die T6A2/B6A2 wurden neben der DDR auch nach Bulgarien und Ungarn geliefert, sodass insgesamt 256 Triebwagen und 92 Beiwagen produziert wurden.

Auf www.strassenbahn-online.de gibt es Fahrzeuglisten mit Anlieferungen, Käufen und Weitergabe sowie Modernisierungen (keine Haftung).

   

Fahrzeugbeschreibung

Der T6A2 und B6A2 besteht jeweils aus einem Wagenkasten mit zwei zweiachsigen Drehgestellen. Vorhanden sind eine Doppelflügeltür und zwei Dreiflügel-türen. Die Länge beträgt 14.500 mm und über Kupplung 15.342 mm, die Höhe ist 3110 mm und die Breite 2200 mm. Das Leergewicht beträgt 18,3 Tonnen beim Triebwagen und 14,3 Tonnen beim Beiwagen. Er hat eine Stundenleistung von 180 kW, eine Gleichspannung von 600 Volt und kann 55 km/h schnell fahren. Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit Thyristorsteuerung, der zum ruckfreien Anfahren und Bremsen dient. Im Fahrgastraum stehen für den Trieb-wagen 20 bis 28 Sitzplätze und 66 bis 81 Stehplätze sowie für den Beiwagen 20 bis 29 Sitzplätze und 92 Stehplätze zur Verfügung.

Die Einsätze

In der DDR und vereinzelt bis heute (Stand Juli 2019), verkehren in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) die T6A2/B6A2 als Zug und Großzug.

Modernisierung und Weiterentwicklung

Die T6A2/B6A2 kamen als Einrichtungsfahrzeuge in die DDR, da Wendeschleifen und Gleisdreiecke vorhanden waren. Wenn Kuppelendstellen bzw. ein-gleisige Abschnitte im Baustellenverkehr bedient wurden, wurden die Fahrzeuge Heck-an-Heck gekoppelt. Die Stadt Ost-Berlin erhielt die größte Anzahl dieser Fahrzeuge und hatte demnach auch das größte Modernisierungsprogramm, dass von 1995 bis 1997 stattfand. Neben einem neuen Fahrgastraum, Innenlautsprecher und Matrixanzeigen wurden die Flügeltüren durch Außenschwenktüren ersetzt. In Rostock wurden schon 1996 die B6A2 ausgemustert und die Triebwagen mit dem Niederflurbeiwagen NB4 gekoppelt, um auf den Tatralinien ein Niederflurangebot anbieten zu können.

Museumsfahrzeuge

In Städten, wo heute keine T6A2/B6A2 mehr fahren, wurde ein Exemplar als Museumswagen erhalten. Aber auch in Städten, wo sie noch einen Teil des Fuhrparks ausmachen, ist teils schon ein Museumswagen vorhanden. Alle Museumswagen sind betriebsbereit und können im Museum oder beim Tag der offenen Tür in Betriebshöfen besichtigt werden und laden an Öffnungstagen zu Rundfahrten ein.

Stadt Wagennummer Baujahr Farbgebung Depot (öffentlich)
Berlin 5117 (T6A2M) 1988 gelb, dunkelgau Straßenbahnmuseum Berlin
Berlin 5563 (B6A2M) 1996 gelb, dunkelgau Straßenbahnmuseum Berlin
Dresden 226 001-2 1985 elfenbein, rot Straßenbahnmuseum Dresden
Leipzig 1001 1988 enzianblau, melonengelb Straßenbahnmuseum Leipzig
Leipzig 801 (B6A2M) 1988 enzianblau, melonengelb Straßenbahnmuseum Leipzig
Magdeburg        
Magdeburg        
Rostock 704 (T6A2M) 1990 elfenbein, roter Zierstreifen depot 12 Rostock

In der Kategorie MUSEUM gibt es Galerien zu einzelnen Museumswagen, die auch über einen Klick auf den oben genannten Stadtnamen zu sehen sind.

 

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